Offizieller Start als Hundefriseur: Auf was muss ich achten?

Behörden, Vorschriften & wichtige Schritte

Ein kleiner Hund beim Abbrausen beim Hundefriseur

Der Schritt in die Selbstständigkeit als Hundefriseur ist spannend – gleichzeitig bringt er einige formale Anforderungen mit sich. Viele angehende Groomer unterschätzen, wie wichtig ein strukturierter und rechtssicherer Start ist, um professionell arbeiten zu können. Damit du optimal vorbereitet bist, findest du hier einen Überblick über alle Behördengänge, Anforderungen und Voraussetzungen, die du zum Start als Hundefriseur benötigst.


Gewerbeanmeldung – der offizielle Beginn deiner Tätigkeit

Sobald du als Hundefriseur beruflich Dienstleistungen anbietest, gilt deine Tätigkeit als gewerblich. Die Gewerbeanmeldung ist daher der erste notwendige Schritt.

Wo melden?

Beim zuständigen Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde.

Was wird benötigt?

  • Personalausweis
  • Formular zur Gewerbeanmeldung
    Gebühren (meist 20–60 €)

Nach der Anmeldung informiert das Gewerbeamt automatisch das Finanzamt, von dem du anschließend den steuerlichen Erfassungsbogen erhältst.


Finanzamt und steuerliche Erfassung

Das Finanzamt sendet dir nach der Gewerbeanmeldung den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dort gibst du unter anderem an:

  • Rechtsform (meist Einzelunternehmen)
  • Erwarteter Umsatz
  • Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG
  • Steuernummer für deine Rechnungen

Viele Gründer entscheiden sich zu Beginn bewusst für die Kleinunternehmerregelung, um keine Umsatzsteuer ausweisen zu müssen. Das erleichtert den Einstieg und reduziert den Verwaltungsaufwand.


Veterinäramt – benötigst du eine Erlaubnis nach § 11 TierSchG?

Als Hundefriseur arbeitest du direkt am Tier, jedoch ohne tierschutzrelevante Ausbildung oder längerfristige Betreuung. In den meisten Bundesländern ist die Tätigkeit nicht nach § 11 TierSchG erlaubnispflichtig.
Trotzdem ist es sinnvoll, kurz beim zuständigen Veterinäramt nachzufragen. Manche Ämter möchten informiert werden oder prüfen dein Hygienekonzept. Da die Anforderungen regional variieren, verschaffst du dir mit einem kurzen Telefonat Rechtssicherheit.
Wichtig ist, dass du folgende Unterlagen vorweisen kannst:

  • Beschreibung deiner Arbeitsweise
  • Hygiene- und Desinfektionsplan
  • Transparente Informationen zu Geräten und Abläufen


Voraussetzungen für deinen Hundesalon

Für einen professionellen Hundesalon brauchst du geeignete Räumlichkeiten, ein klares Hygienesystem und zuverlässige Ausstattung.

Räumlichkeiten

  • Gute Belüftung
  • Waschmöglichkeit für Tiere
  • Rutschfeste, leicht zu reinigende Böden
  • Ausreichend Platz für sichere Tierführung
  • Schallisolierung, insbesondere wegen Föhngeräuschen

Hygiene

  • Desinfektionsmittel für Scheren, Tische und Wannen
  • Strikte Trennung von sauberen und gebrauchten Handtüchern
  • Reinigungsplan für tägliche und wöchentliche Aufgaben

Ausstattung

  • Profi-Schermaschinen
  • Hochwertige Scheren & Effilierer
  • Stabiler Groomingtisch
  • Badewanne mit sicherem Einstieg
  • Föhn & Blower
  • Erste-Hilfe-Set für Tiere

Ein gut ausgestatteter Salon schafft Vertrauen und erleichtert dir den Arbeitsalltag erheblich.

Versicherungen – Schutz für dich und die Tiere

Da du mit Lebewesen arbeitest, solltest du dich unbedingt ausreichend absichern.
Sinnvolle Versicherungen sind:

  • Betriebshaftpflichtversicherung (unverzichtbar)
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Inhaltsversicherung für Geräte und Einrichtung

Diese Versicherungen schützen dich, wenn ein Hund verletzt wird, Eigentum beschädigt wird oder es im Salon zu einem Unfall kommt.

 

Marketing und Außendarstellung – sichtbar und professionell starten

Damit dein Start als Hundefriseur erfolgreich wird, solltest du frühzeitig an deine Außendarstellung denken.
Wichtige Maßnahmen sind:

  • Professionelle Website
  • Google-Business-Eintrag
  • Präsenz in Social Media
  • Vorher-/Nachher-Bilder
  • Transparente Preis- und Leistungsübersicht

Gerade am Anfang ist Mundpropaganda ein entscheidender Faktor für den Aufbau eines Kundenstamms.

 

Ausbildung und Zertifikate – empfehlenswert, aber nicht verpflichtend

Für den Beruf des Hundefriseurs gibt es keine gesetzliche Ausbildungspflicht. Dennoch steigert fundiertes Fachwissen:

  • die Sicherheit im Umgang mit Hunden
  • die Qualität deiner Arbeit
  • das Vertrauen deiner Kunden

Viele Groomer besuchen Workshops oder spezialisierte Kurse in Bereichen wie Fellkunde, Rasseschnitte oder Hundepsychologie, um ihre Fähigkeiten zu erweitern.

Fazit

Der offizielle Start als Hundefriseur erfordert etwas Organisation, aber mit den richtigen Schritten ist der Weg gut zu meistern. Mit Gewerbeanmeldung, steuerlicher Erfassung, klarem Austausch mit dem Veterinäramt, einem durchdachten Hygienekonzept und den richtigen Versicherungen baust du eine solide Grundlage auf. In Kombination mit professioneller Ausstattung und einer starken Außendarstellung steht deinem erfolgreichen Start in die Grooming-Welt nichts mehr im Weg.

Brauchst du Unterstützung beim Start?

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